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In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

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Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

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Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

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Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

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Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

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Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

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\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

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Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n


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[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"}; \n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

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[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

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[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

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[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Bei ihrer Beerdigung in ihrer Heimatstadt Nazareth sangen Tausende von M\u00e4nnern und Frauen die inoffizielle Hymne Pal\u00e4stinas, \"Mawtini, My Homeland\", die von dem Dichter Ibrahim Tuqan geschrieben wurde[12]<\/sup><\/a> - eines der Lieder, die Rim[13]<\/sup><\/a>, eine Christin, die alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder ihrem religi\u00f6sen Glauben vereinte, oft gesungen hat[14]<\/sup><\/a>. Als Tochter des Dichters Zouhaira Sabbagh entwickelte sie in einer schwierigen und sehr armen Kindheit die \u00dcberzeugung, dass sie etwas tun m\u00fcsse, um ihrem Volk zu helfen. Was als kleines M\u00e4dchen auf den unbefestigten Stra\u00dfen von Nazareth begann, wurde zu 13 Alben, von denen die bekanntesten Dumu'ek ya Ummi (Tr\u00e4nen meiner Mutter, 1986), Al Helm (Der Traum, 1993) und Maraya Al Ruh (Spiegel der Seele, 2005) sind, in denen die dringende Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung Pal\u00e4stinas das beherrschende Thema ist[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Sie sang bis 2016[7]<\/sup><\/a> mit rasierten Haaren weiter, aber ihr R\u00fcckzug hat sie noch st\u00e4rker in die pal\u00e4stinensische Seele eingepr\u00e4gt[8]<\/sup><\/a>, denn ihre Verzweiflung wird von der B\u00fchne aus zur Verzweiflung einer Bev\u00f6lkerung, die keine wirkliche Hoffnung mehr auf Freiheit[9]<\/sup><\/a>, Unabh\u00e4ngigkeit und Wohlergehen hat, gegen die Gewalt der israelischen Milit\u00e4rkolonisation[10]<\/sup><\/a>. Ihre Metapher von der Militarisierung des Vormarsches von Krebs ist sch\u00e4rfer denn je, und die Politiker haben sie von ihr \u00fcbernommen und in die Alltagsdebatte \u00fcbertragen[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Bei ihrer Beerdigung in ihrer Heimatstadt Nazareth sangen Tausende von M\u00e4nnern und Frauen die inoffizielle Hymne Pal\u00e4stinas, \"Mawtini, My Homeland\", die von dem Dichter Ibrahim Tuqan geschrieben wurde[12]<\/sup><\/a> - eines der Lieder, die Rim[13]<\/sup><\/a>, eine Christin, die alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder ihrem religi\u00f6sen Glauben vereinte, oft gesungen hat[14]<\/sup><\/a>. Als Tochter des Dichters Zouhaira Sabbagh entwickelte sie in einer schwierigen und sehr armen Kindheit die \u00dcberzeugung, dass sie etwas tun m\u00fcsse, um ihrem Volk zu helfen. Was als kleines M\u00e4dchen auf den unbefestigten Stra\u00dfen von Nazareth begann, wurde zu 13 Alben, von denen die bekanntesten Dumu'ek ya Ummi (Tr\u00e4nen meiner Mutter, 1986), Al Helm (Der Traum, 1993) und Maraya Al Ruh (Spiegel der Seele, 2005) sind, in denen die dringende Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung Pal\u00e4stinas das beherrschende Thema ist[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Deshalb ist Rim Banna f\u00fcr uns Europ\u00e4er eine Entdeckung, eine wunderbare, facettenreiche Figur, bescheiden, desinteressiert am Erfolg - eine wei\u00dfe Fliege, wie sie Claudio Lolli mit unendlicher Z\u00e4rtlichkeit in seinem Meisterwerk gesungen hat[2]<\/a>. Rim starb am 24. M\u00e4rz 2018 nach einem Leben, das sie im Kampf f\u00fcr das pal\u00e4stinensische Volk verbracht hatte[3]<\/sup><\/a>, und nach neun Jahren Krieg gegen einen verfluchten Brustkrebs[4]<\/sup><\/a>, dem sie mit W\u00fcrde und einer rein weiblichen Energie begegnete: \"Ich k\u00e4mpfe gegen zwei Krebsarten: die der Besatzung und die in meinem K\u00f6rper. Sie ist in meinen K\u00f6rper eingedrungen, so wie die Besatzung in unser Land eingedrungen ist\"[5]<\/sup><\/a>. Unvorstellbare S\u00e4tze, weil es f\u00fcr arabische Frauen ein Tabuthema ist[6]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Sie sang bis 2016[7]<\/sup><\/a> mit rasierten Haaren weiter, aber ihr R\u00fcckzug hat sie noch st\u00e4rker in die pal\u00e4stinensische Seele eingepr\u00e4gt[8]<\/sup><\/a>, denn ihre Verzweiflung wird von der B\u00fchne aus zur Verzweiflung einer Bev\u00f6lkerung, die keine wirkliche Hoffnung mehr auf Freiheit[9]<\/sup><\/a>, Unabh\u00e4ngigkeit und Wohlergehen hat, gegen die Gewalt der israelischen Milit\u00e4rkolonisation[10]<\/sup><\/a>. Ihre Metapher von der Militarisierung des Vormarsches von Krebs ist sch\u00e4rfer denn je, und die Politiker haben sie von ihr \u00fcbernommen und in die Alltagsdebatte \u00fcbertragen[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Bei ihrer Beerdigung in ihrer Heimatstadt Nazareth sangen Tausende von M\u00e4nnern und Frauen die inoffizielle Hymne Pal\u00e4stinas, \"Mawtini, My Homeland\", die von dem Dichter Ibrahim Tuqan geschrieben wurde[12]<\/sup><\/a> - eines der Lieder, die Rim[13]<\/sup><\/a>, eine Christin, die alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder ihrem religi\u00f6sen Glauben vereinte, oft gesungen hat[14]<\/sup><\/a>. Als Tochter des Dichters Zouhaira Sabbagh entwickelte sie in einer schwierigen und sehr armen Kindheit die \u00dcberzeugung, dass sie etwas tun m\u00fcsse, um ihrem Volk zu helfen. Was als kleines M\u00e4dchen auf den unbefestigten Stra\u00dfen von Nazareth begann, wurde zu 13 Alben, von denen die bekanntesten Dumu'ek ya Ummi (Tr\u00e4nen meiner Mutter, 1986), Al Helm (Der Traum, 1993) und Maraya Al Ruh (Spiegel der Seele, 2005) sind, in denen die dringende Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung Pal\u00e4stinas das beherrschende Thema ist[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0627\u0637\u0628 \u0627\u0644\u0641\u062a\u0649 \u0627\u0644\u063a\u0632\u064a \u0638\u0644\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0642\u0644\u0628 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0645\u062e\u0627\u0628\u0626 \u0644\u0623\u0637\u0641\u0627\u0644\u0647\u0627 \u0648\u062d\u0632\u0646\u0647\u0627 \u0641\u064a \u062d\u0636\u0646 \u0627\u0644\u0623\u0645 \u0648\u0642\u0644\u0628\u0647\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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Ich bin ein Terrorist ohne Bomben und habe nur eine Waffe, meine Musik\"[1]<\/sup><\/a>. Gesungen wird es von Rim Banna, die jahrzehntelang den Rachegeist der Frauen Pal\u00e4stinas repr\u00e4sentierte. Sie starb im Alter von knapp \u00fcber 50 Jahren an Krebs und ist einer dieser Verluste, die f\u00fcr immer eine Wunde hinterlassen. Eine freie Stimme, die die ganze Welt bewegen kann, ohne die Propaganda der multinationalen Musikindustrie. Eine schwer zu liebende Stimme f\u00fcr uns Westler, die wir an nichtssagende englische Liedchen und weibliche Mythen gew\u00f6hnt sind, die sich fast ausschlie\u00dflich auf Sexualit\u00e4t und Image konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n

Deshalb ist Rim Banna f\u00fcr uns Europ\u00e4er eine Entdeckung, eine wunderbare, facettenreiche Figur, bescheiden, desinteressiert am Erfolg - eine wei\u00dfe Fliege, wie sie Claudio Lolli mit unendlicher Z\u00e4rtlichkeit in seinem Meisterwerk gesungen hat[2]<\/a>. Rim starb am 24. M\u00e4rz 2018 nach einem Leben, das sie im Kampf f\u00fcr das pal\u00e4stinensische Volk verbracht hatte[3]<\/sup><\/a>, und nach neun Jahren Krieg gegen einen verfluchten Brustkrebs[4]<\/sup><\/a>, dem sie mit W\u00fcrde und einer rein weiblichen Energie begegnete: \"Ich k\u00e4mpfe gegen zwei Krebsarten: die der Besatzung und die in meinem K\u00f6rper. Sie ist in meinen K\u00f6rper eingedrungen, so wie die Besatzung in unser Land eingedrungen ist\"[5]<\/sup><\/a>. Unvorstellbare S\u00e4tze, weil es f\u00fcr arabische Frauen ein Tabuthema ist[6]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Sie sang bis 2016[7]<\/sup><\/a> mit rasierten Haaren weiter, aber ihr R\u00fcckzug hat sie noch st\u00e4rker in die pal\u00e4stinensische Seele eingepr\u00e4gt[8]<\/sup><\/a>, denn ihre Verzweiflung wird von der B\u00fchne aus zur Verzweiflung einer Bev\u00f6lkerung, die keine wirkliche Hoffnung mehr auf Freiheit[9]<\/sup><\/a>, Unabh\u00e4ngigkeit und Wohlergehen hat, gegen die Gewalt der israelischen Milit\u00e4rkolonisation[10]<\/sup><\/a>. Ihre Metapher von der Militarisierung des Vormarsches von Krebs ist sch\u00e4rfer denn je, und die Politiker haben sie von ihr \u00fcbernommen und in die Alltagsdebatte \u00fcbertragen[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Bei ihrer Beerdigung in ihrer Heimatstadt Nazareth sangen Tausende von M\u00e4nnern und Frauen die inoffizielle Hymne Pal\u00e4stinas, \"Mawtini, My Homeland\", die von dem Dichter Ibrahim Tuqan geschrieben wurde[12]<\/sup><\/a> - eines der Lieder, die Rim[13]<\/sup><\/a>, eine Christin, die alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder ihrem religi\u00f6sen Glauben vereinte, oft gesungen hat[14]<\/sup><\/a>. Als Tochter des Dichters Zouhaira Sabbagh entwickelte sie in einer schwierigen und sehr armen Kindheit die \u00dcberzeugung, dass sie etwas tun m\u00fcsse, um ihrem Volk zu helfen. Was als kleines M\u00e4dchen auf den unbefestigten Stra\u00dfen von Nazareth begann, wurde zu 13 Alben, von denen die bekanntesten Dumu'ek ya Ummi (Tr\u00e4nen meiner Mutter, 1986), Al Helm (Der Traum, 1993) und Maraya Al Ruh (Spiegel der Seele, 2005) sind, in denen die dringende Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung Pal\u00e4stinas das beherrschende Thema ist[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

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\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

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[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};

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\u00a9 IBI World Limited<\/em><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Ich bin ein Terrorist ohne Bomben und habe nur eine Waffe, meine Musik\"[1]<\/sup><\/a>. Gesungen wird es von Rim Banna, die jahrzehntelang den Rachegeist der Frauen Pal\u00e4stinas repr\u00e4sentierte. Sie starb im Alter von knapp \u00fcber 50 Jahren an Krebs und ist einer dieser Verluste, die f\u00fcr immer eine Wunde hinterlassen. Eine freie Stimme, die die ganze Welt bewegen kann, ohne die Propaganda der multinationalen Musikindustrie. Eine schwer zu liebende Stimme f\u00fcr uns Westler, die wir an nichtssagende englische Liedchen und weibliche Mythen gew\u00f6hnt sind, die sich fast ausschlie\u00dflich auf Sexualit\u00e4t und Image konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n

Deshalb ist Rim Banna f\u00fcr uns Europ\u00e4er eine Entdeckung, eine wunderbare, facettenreiche Figur, bescheiden, desinteressiert am Erfolg - eine wei\u00dfe Fliege, wie sie Claudio Lolli mit unendlicher Z\u00e4rtlichkeit in seinem Meisterwerk gesungen hat[2]<\/a>. Rim starb am 24. M\u00e4rz 2018 nach einem Leben, das sie im Kampf f\u00fcr das pal\u00e4stinensische Volk verbracht hatte[3]<\/sup><\/a>, und nach neun Jahren Krieg gegen einen verfluchten Brustkrebs[4]<\/sup><\/a>, dem sie mit W\u00fcrde und einer rein weiblichen Energie begegnete: \"Ich k\u00e4mpfe gegen zwei Krebsarten: die der Besatzung und die in meinem K\u00f6rper. Sie ist in meinen K\u00f6rper eingedrungen, so wie die Besatzung in unser Land eingedrungen ist\"[5]<\/sup><\/a>. Unvorstellbare S\u00e4tze, weil es f\u00fcr arabische Frauen ein Tabuthema ist[6]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Sie sang bis 2016[7]<\/sup><\/a> mit rasierten Haaren weiter, aber ihr R\u00fcckzug hat sie noch st\u00e4rker in die pal\u00e4stinensische Seele eingepr\u00e4gt[8]<\/sup><\/a>, denn ihre Verzweiflung wird von der B\u00fchne aus zur Verzweiflung einer Bev\u00f6lkerung, die keine wirkliche Hoffnung mehr auf Freiheit[9]<\/sup><\/a>, Unabh\u00e4ngigkeit und Wohlergehen hat, gegen die Gewalt der israelischen Milit\u00e4rkolonisation[10]<\/sup><\/a>. Ihre Metapher von der Militarisierung des Vormarsches von Krebs ist sch\u00e4rfer denn je, und die Politiker haben sie von ihr \u00fcbernommen und in die Alltagsdebatte \u00fcbertragen[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Bei ihrer Beerdigung in ihrer Heimatstadt Nazareth sangen Tausende von M\u00e4nnern und Frauen die inoffizielle Hymne Pal\u00e4stinas, \"Mawtini, My Homeland\", die von dem Dichter Ibrahim Tuqan geschrieben wurde[12]<\/sup><\/a> - eines der Lieder, die Rim[13]<\/sup><\/a>, eine Christin, die alle Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder ihrem religi\u00f6sen Glauben vereinte, oft gesungen hat[14]<\/sup><\/a>. Als Tochter des Dichters Zouhaira Sabbagh entwickelte sie in einer schwierigen und sehr armen Kindheit die \u00dcberzeugung, dass sie etwas tun m\u00fcsse, um ihrem Volk zu helfen. Was als kleines M\u00e4dchen auf den unbefestigten Stra\u00dfen von Nazareth begann, wurde zu 13 Alben, von denen die bekanntesten Dumu'ek ya Ummi (Tr\u00e4nen meiner Mutter, 1986), Al Helm (Der Traum, 1993) und Maraya Al Ruh (Spiegel der Seele, 2005) sind, in denen die dringende Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung Pal\u00e4stinas das beherrschende Thema ist[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist ihre Musik in den arabischen Hauptst\u00e4dten ber\u00fchmt, von Amman bis Bagdad, von Beirut bis Damaskus[16]<\/sup><\/a>, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie den gro\u00dfen Dichtern des Nahen Ostens eine Melodie und ein Lied geschenkt hat: Tawfik Zayyad[17]<\/sup><\/a>, Samih Alqassem[18]<\/sup><\/a>, Mahmoud Darwish[19]<\/sup><\/a> und seiner Mutter[20]<\/sup><\/a>, was noch heute bewegt und in dem Film \"Al-Sabbar\" erz\u00e4hlt wurde[21]<\/sup><\/a>. Sie wurde von Italien mit dem Titel \"Friedensbotschafterin\" ausgezeichnet und mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pal\u00e4stinas geehrt[22]<\/sup><\/a>. Sie ist eine der F\u00f6rderer der Mariam-Stiftung[23]<\/sup><\/a>, der ersten arabischen Stiftung gegen Krebs[24]<\/sup><\/a>. Aber all dies stammt aus der Zeit, als sie bereits eine Ikone war, die in der gesamten arabischsprachigen Welt bekannt war.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim, auf der B\u00fchne, in traditioneller pal\u00e4stinensischer Kleidung[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann im Alter von zehn Jahren bei den The Land's Day Festivals[26]<\/sup><\/a> als Stimme einer Folkgruppe in den Freiwilligenlagern von Nazareth Ende der 1980er Jahre. Dabei handelt es sich um politische Freiwilligenlager, die Pal\u00e4stinenser aus ganz Pal\u00e4stina versammeln und eine Alternative zur Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungspolitik der israelischen Regierung darstellen[27]<\/sup><\/a>. Sie studierte Gesang in Moskau, am Gnesins Higher Institute of Music[28]<\/sup><\/a>. Er spezialisierte sich auf modernen Gesang und Chorleitung unter der Leitung des ber\u00fchmten Komponisten Vladimir Karaboka. 1991 schloss er sein Studium ab und produzierte in dieser Zeit zwei Live-Alben: Jafra (1985) und Your Tears, Mother (1986). Von da an entdeckte der Nahe Osten sie und verliebte sich in sie.<\/p>\n\n\n\n

Im Jahr 1991 heiratete sie den ukrainischen Musiker Leonid Alexeienko, den sie w\u00e4hrend ihres Studiums in Moskau kennengelernt hatte[29]<\/sup><\/a>. Eine Ehe, die 19 Jahre dauerte, deren T\u00f6chter aber bis zur Scheidung wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer kultureller Unterschiede bei ihrer Mutter aufwuchsen[30]<\/sup><\/a>. Weil Rim keine internationale B\u00fchne will, kehrt er nach Nazareth zur\u00fcck und komponiert eine Mischung aus arabischen Musiktraditionen und westlichen Popkl\u00e4ngen. Sie schreibt mehrere Soundtracks f\u00fcr arabische Filme und Fernsehsendungen und ist auch als Schauspielerin t\u00e4tig[31]<\/sup><\/a>. Sie tr\u00e4gt oft traditionell bestickte Kleider und eine Keffiyeh auf den Schultern, ein Symbol der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit[32]<\/sup><\/a>, und ihre H\u00e4nde und Arme sind mit gro\u00dfen antiken Silberschmuckst\u00fccken bedeckt[33]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dann wurde sie von einer Gruppe skandinavischer Musiker entdeckt[34]<\/sup><\/a>, mit denen sie in die Welt der elektronischen Musik eintrat, z. B. mit dem Kollektivprojekt Checkpoint 303, mit dem sie das Album \"The Iqrit Files\" produzierte[35]<\/sup><\/a>. Als die \u00c4rzte 2015 ank\u00fcndigten, dass ihre Stimmb\u00e4nder teilweise gel\u00e4hmt seien und sie nicht mehr singen k\u00f6nne, wandelte Checkpoint 303 die Daten digitaler medizinischer Scans und Rim-Portr\u00e4ts in Kl\u00e4nge um, zu denen sie ihre Gedichte rezitierte, und arbeitete bis Januar 2018, zwei Monate vor ihrem Tod, weiter, als sie zusammen mit dem Jazzpianisten Bugge Wesseltoft[36]<\/sup><\/a> das Album \"Voice Of Resistance\" produzierte[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Dank ihrer skandinavischen Kollegen wurde sie 2003 von der europ\u00e4ischen Folkszene entdeckt und gepriesen, als sie zusammen mit der norwegischen Jazzs\u00e4ngerin Kari Bremnes[38]<\/sup><\/a> auf dem Antikriegsalbum \"Lullabies from the Axis of Evil\" sang, einer musikalischen Botschaft an US-Pr\u00e4sident Bush gegen die Invasionen in Pal\u00e4stina, Irak und Iran, die der amerikanische Pr\u00e4sident als \"Achse des B\u00f6sen\" bezeichnete[39]<\/sup><\/a>. Ihre Stimme ist eindringlich, gef\u00fchlvoll und hat keine Angst vor Kitsch: Sie will \u00fcber den Alltag der ungl\u00fccklichen Menschen im Westjordanland sprechen, deren Leben von Gewalt und Unterdr\u00fcckung gepr\u00e4gt ist[40]<\/sup><\/a>, und Rim Bannas Texte sind in der Kolonialgeschichte Pal\u00e4stinas verwurzelt und eine Rekapitulation einer \u00c4sthetik des Protests und Widerstands[41]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4QxBpmPkAxI\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Oh Wurzel meiner Wurzeln, ich werde sicher zur\u00fcckkehren, also warte auf mich. Warte auf mich in den Ritzen der Felsen und Dornen. In den Olivenbl\u00fcten, in der Farbe der Schmetterlinge. Und in den Echos und Schatten im Schlamm des Winters. Und im Staub des Sommers auf den Spuren der Gazelle. Und in den Fl\u00fcgeln eines jeden Vogels. Die Dornen des Sturms stehen mir im Weg. Und der Ruf der Erde ist siegreich in meinen Adern. Ich kehre zur\u00fcck, also behaltet meine Stimme, meinen Duft und meine Gestalt f\u00fcr mich, oh Blumen[42]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Die Konzerte von Rim Banna sind einfach, ohne Effekte, manchmal ohne Licht oder Verst\u00e4rkung[43]<\/sup><\/a>, denn er singt \u00fcberall dort, wo Pal\u00e4stinenser leiden oder ein Publikum bereit ist, ihren Schmerz zu teilen, mit gro\u00dfer Demut und Bescheidenheit[44]<\/sup><\/a>. Damit nichts verloren geht, nimmt er auch viele Kinderlieder auf, die f\u00fcr pal\u00e4stinensische Familien in der Diaspora so wichtig sind[45]<\/sup><\/a>. In drei Alben hat sie traditionelle Wiegenlieder wiederbelebt und sich damit in jedes Haus und in das Ged\u00e4chtnis eines jeden Kindes eingepr\u00e4gt[46]<\/sup><\/a>. Mehr noch als die Gewalt auf den Stra\u00dfen hat sie auf diese Weise dazu beigetragen, mindestens drei Generationen von Kindern in Gaza und Ramallah eine Identit\u00e4t zu geben[47]<\/sup><\/a>, und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass die politischen Gefangenen[48]<\/sup><\/a> und M\u00e4rtyrer, die auf dem Album \"The Mirrors of my Soul\" gesungen werden, nicht vergessen werden[49]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

In neueren Werken geht sie noch weiter und singt \u00fcber die Ungerechtigkeit der Pal\u00e4stinenser, die in Lagern leben und nichts haben[50]<\/sup><\/a>, oder \u00fcber die Mutter, die ihrem Sohn erkl\u00e4rt, warum sie ihre Verwandten seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihre Lieder \"Fares Odeh\" und \"Sarah\" (das Lied, das dem 84. M\u00e4rtyrer der Intifada gewidmet ist - einem eineinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das im Jahr 2000 von einem israelischen Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurde[51]<\/sup><\/a>) sind sehr hart, schwer zu h\u00f6ren, als w\u00e4ren sie einfach nur Musikst\u00fccke[52]<\/sup><\/a>. Mit ihrem Mann Leonid baut sie moderne Arrangements[53]<\/sup><\/a>, aber die Texte handeln von pal\u00e4stinensischer Apartheid, von Soldaten mit Maschinengewehren an Checkpoints, von Ausgangssperren und Angst[54]<\/sup><\/a>. Wo man ihr das Singen verbietet, tritt sie mit speziellen Webcasts auf[55]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend der ersten Tage der Intifada im Jahr 2000 gibt Rim Banna Open-Air-Konzerte, w\u00e4hrend Hubschrauber die besetzten Gebiete bombardieren[56]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Er erkl\u00e4rt: \"Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, traditionelle pal\u00e4stinensische Texte ohne Melodien zu sammeln. Damit die Texte nicht verloren gehen, versuchen wir, Melodien dazu zu komponieren - moderne, aber von traditioneller Musik inspirierte\"[57]<\/sup><\/a>. Es ist erstaunlich, dass in ihren Texten kein einziges Wort des Hasses vorkommt[58]<\/sup><\/a>. Sie sagt: \"Orientalische Gesangstechniken sind meist ornamental, mit starken, durchdringenden T\u00f6nen, w\u00e4hrend meine Stimme zweidimensional, dicker ist. Ich versuche, Songs zu schreiben, die zu meiner Stimme passen. Ich m\u00f6chte in jeder Hinsicht etwas Neues schaffen. Und dazu geh\u00f6rt auch, den Menschen \u00fcberall die Musik und die Seele der Pal\u00e4stinenser n\u00e4her zu bringen\"[59]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Um reisen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt Rim Banna einen israelischen Reisepass. Jedes Mal, wenn sie ihr Land verl\u00e4sst, muss sie lange b\u00fcrokratische Wartezeiten, tausend Fragen und Durchsuchungen \u00fcber sich ergehen lassen[60]<\/sup><\/a>. Zweimal wurde ihr die Einreise nach \u00c4gypten untersagt, zuletzt im Juni 2015, als die Sicherheitsdienste des Regimes sie bei ihrer Ankunft am Kairoer Flughafen stoppten[61]<\/sup><\/a>. Der Vorwurf lautet, sie stehe dem Arabischen Fr\u00fchling, also antimonarchistischen Bewegungen oder der Muslimbruderschaft nahe[62]<\/sup><\/a>. Ein Unsinn, denn sie k\u00e4mpft gegen die Versuche der kulturellen Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes und ist auf jeden Fall christlicher Religion - auch wenn die vor \u00fcber einem Jahrhundert von Tal'at Harb und Hassan Al-Banna gegr\u00fcndete Bewegung historisch gesehen dem Vatikan immer sehr nahe stand[63]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEpSOpfYaaQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Der Schmetterling wird dich auf den R\u00fccken einer Wolke tragen. Die Gazelle f\u00fchrt dich in die H\u00f6hle der Platane. Der Duft von Brot und Milch wird dich wie ein M\u00e4rtyrer in den Scho\u00df deiner Mutter tragen. Der Stern sagte zu ihm: Bring mich nach Hause. Bring mich in mein Bett. Der Schlaf hat sich \u00fcber meine Glieder gelegt. Und ist in meinem Kopf. Der eindringende Junge drehte sich zu seinem Schatten um. Im Herzen einer Mutter sind ihre Kinder verborgen, und ihr Kummer ist im Scho\u00df und im Herzen einer Mutter. Eine trauernde Frau hat ein Herz aus Milch und Glas. Ein trauernder Vater hat ein Herz aus Tr\u00e4nen, das eine Lampe entz\u00fcndet[64]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Heute wie vor einem Jahrhundert sind die Zionisten und die arabischen Monarchien und Regime Verb\u00fcndete, und Pal\u00e4stina ist eines der Opfer dieser neuen nah\u00f6stlichen Koalition[65]<\/a>. Und die zionistische Strategie in Bezug auf Pal\u00e4stina hat sich nicht ge\u00e4ndert: Nach dieser Theorie gab es in dem von Israel besetzten Land keine V\u00f6lker mit einer eigenen Identit\u00e4t, sondern nur einige Nomaden ohne Heimat und ohne kollektive politische Bestrebungen - Propaganda war unerl\u00e4sslich, um die Idee eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina zu f\u00f6rdern und die Nomaden nicht als legitime Bewohner Pal\u00e4stinas, sondern sogar als \"Fl\u00fcchtlinge\" zu betrachten[66]<\/sup><\/a>. Paradoxerweise ist vieles von dem, was Israel als israelische Kultur bezeichnet, pal\u00e4stinensische und arabische Kultur; vom Essen \u00fcber die Musik bis hin zur Mode und allem anderen ist die \"israelische Marke\" im Wesentlichen eine pal\u00e4stinensisch-arabische Marke, gestohlen und umbenannt[67]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim: \"Meine Stadt liegt inmitten eines gro\u00dfen Tals, aber ich habe das Gef\u00fchl, auf einer Insel zu leben, um die herum Israel weiterhin riesige Wohnblocks und Wohnzentren baut. Sie umgeben Nazareth wie die Mauern eines Gef\u00e4ngnisses\"[68]<\/sup><\/a>. Aus diesem Grund suchte Rim Banna zu Lebzeiten keinen Kontakt zu den in Israel lebenden Pal\u00e4stinensern, sondern konzentrierte sich auf die St\u00e4rkung der Kultur, des Bewusstseins und des kollektiven Ged\u00e4chtnisses ihres eigenen Volkes[69]<\/sup><\/a>. Sie war eine der ersten K\u00fcnstlerinnen, die zum kulturellen Boykott Israels aufriefen: \"Ich verstehe die Heuchelei von K\u00fcnstlern nicht, die mit ihren Werken zum Widerstand und zur Befreiung aufrufen, sich aber bereit erkl\u00e4ren, in einem besetzten Land aufzutreten\"[70]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Rim Banna will die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t nicht nur als politische Botschaft verstanden wissen, sondern vor allem als Botschaft der Liebe[71]<\/sup><\/a>: \"Mit der Asche meines K\u00f6rpers f\u00fclle ich eine Flasche mit Gas und brennendem Material, damit sie in den H\u00e4nden eines Widerstandsk\u00e4mpfers zu einem Molotowcocktail wird, der die Feinde der Liebe trifft\"[72]<\/sup><\/a>. Eine Metapher, die die Gewalt zu verherrlichen scheint. Eine verst\u00e4ndliche Wut, wenn man sein ganzes Leben als Geisel einer Invasionsarmee verbringt, die wahllos t\u00f6tet, verhaftet und foltert und regelm\u00e4\u00dfig seine Verwandten von ihrem Land vertreibt, damit dort neue Siedlungen f\u00fcr die Invasoren errichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

In diesem Invasionskrieg gibt es keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten. Frauen, \u00e4ltere Menschen, Kinder - sie alle sind das Ziel der israelischen Armee. Das Gleiche gilt f\u00fcr die von den pal\u00e4stinensischen Milizen abgefeuerten Raketen oder die Bombenanschl\u00e4ge auf den Stra\u00dfen Israels. Die Situation der Frauen in Pal\u00e4stina ist dramatisch, denn sie sind Opfer einer stark patriarchalisch gepr\u00e4gten Gesellschaft, die sie als Eigentum der M\u00e4nner betrachtet und ihnen jede Art von Gewalt antut; gleichzeitig sind sie Opfer von Militarisierung und Besatzung: Pal\u00e4stina ist eine Art Freiluftgef\u00e4ngnis, dessen Grenzen von Israel milit\u00e4risch kontrolliert werden; als ob das nicht genug w\u00e4re, sind sie aufgrund der Invasion und der patriarchalischen Haltung der Gesellschaft die eigentlichen Antriebskr\u00e4fte der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft[73]<\/a>. Es ist nur Frauen wie Rim Banna zu verdanken, dass seit einiger Zeit ein Prozess der Erneuerung der politischen Debatte mit dem Schwerpunkt auf den Rechten der Frauen in Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n

\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B6XKRx9xSIQ\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n

Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Moscheeteppich. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmen Sie unsere Waisen, Herr. Entschuldige dich nicht bei denen, die sagen, du seist ungerecht, sei nicht zornig auf die, die sagen, du seist der Angreifer. Ich befreite auch die kranken Frauen am Tag, nachdem ich Abraham das Feld von Muhammad gegeben hatte. Ihr seid es, die den Fr\u00fchling get\u00f6tet haben, wenn die Wut zittert und die Revolution nicht nachl\u00e4sst. Ihr seid es, die meine G\u00e4rten mit euren H\u00e4nden untergraben und die Saison ihrer err\u00f6tenden Mandeln gesprengt haben. Und ich habe die Vertreter dazu gebracht, sie anzubeten, w\u00e4hrend ich ein Sklave bin, der nach einem Sklaven schreit. Und du wolltest, dass ich ein Sklave bin, der gekauft und verkauft wird, und du wolltest, dass ich verzweifelt bin, dass ich ohne einen Wurm lebe. \u00c4rgern Sie sich nicht \u00fcber diese Worte ohne Mund, erschrecken Sie nicht \u00fcber diese Worte ohne Hand. Wenn ich dein Brot in der Hand hielte, w\u00fcrde ich mein Blut an meinen H\u00e4nden herunterlaufen sehen. Gott ist ein Fl\u00fcchtling geworden, Sir, also beschlagnahmen Sie den Teppich in der Moschee. Und verkauft die Kirche, denn sie ist sein Eigentum, und verkauft den Muezzin auf einer schwarzen Auktion. L\u00f6sche die verblassten Sterne, denn sie werden den Weg des Wanderers erhellen. Auch unsere Waisen, deren Vater abwesend ist, dann beschlagnahmt unsere Waisen, Herr[74]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/sub><\/strong><\/p>\n\n\n\n

Auch im Gazastreifen und im Westjordanland muss das Prinzip der Freiheit zu einer gemeinsamen Sprache werden, ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und in diesem Sinne sind die pal\u00e4stinensischen Frauen nicht allein, sondern Teil einer Welle, zu der auch die Proteste der israelischen Frau in Schwarz geh\u00f6ren[75]<\/sup><\/a>, die argentinischen M\u00fctter der Plaza de Mayo[76]<\/sup><\/a>, die s\u00fcdafrikanische Black Sash[77]<\/sup><\/a> oder das au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiel des syrischen Gebiets Rojava, das heute ein unabh\u00e4ngiges kurdisches Gebiet ist, das von den Milizen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit erobert und verteidigt wird und von einem Matriarchat regiert wird[78]<\/sup><\/a>. Ein Beispiel, das in Rim Bannas politischem und sozialem Bewusstsein sehr pr\u00e4sent ist, wie die ergreifenden Interviews zeigen, die von Al Jazeera[79]<\/a> in der Dokumentation \u00fcber ihr Leben gesammelt wurden[80]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Der Kampf von Rim Banna war nicht vergeblich. Sie hinterl\u00e4sst andere Frauen, kulturelle und politische Ikonen eines emp\u00f6rten und vergewaltigten Landes: Reem Kelani[81]<\/sup><\/a>, Kamilya Jubran[82]<\/sup><\/a> und Shadia Mansour[83]<\/sup><\/a> bekr\u00e4ftigen die pal\u00e4stinensische Identit\u00e4t und Kultur in der ganzen Welt mit der einzigen Waffe des Wortes und der Musik und sind heute die Seele des pal\u00e4stinensischen Bewusstseins und des Rechts dieses Volkes auf Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit[84]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n

Aber es gibt einen Teil der Botschaft dieser K\u00fcnstlerin, der f\u00fcr die westliche Kultur n\u00fctzlich und notwendig ist, und der kommt gerade jetzt, wo sie von uns gegangen ist. Wie Papst Wojtyla traurig voraussagte, ist das 21. Jahrhundert eine Zeit des Krieges, der religi\u00f6sen, sozialen und kulturellen Unterdr\u00fcckung, des wirtschaftlichen Elends und des Hungers. In dieser Trag\u00f6die sind wir alle Br\u00fcder und Schwestern - ich meine diejenigen von uns, die sich bewusst sind, dass wir in Pal\u00e4stina, wie \u00fcberall auf der Welt, von Besatzungstruppen und einer massiven kulturellen Propaganda unterdr\u00fcckt werden, die Bildung als negativen Wert, Freiheit als Egoismus, Bewusstsein und Verantwortung als Gefahren betrachtet. In dieser trostlosen Welt mit einer noch trostloseren Zukunft brauchen wir die einzige wirklich gro\u00dfe befreiende Kraft, die es noch gibt: die Liebe zum Leben der Frauen und ihre Stimmen, die die Nacht der Vernunft ersch\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n

\"\"<\/figure>\n\n\n\n

Rim w\u00e4hrend der Chemotherapie Jahre: seine Augen und L\u00e4cheln immense<\/sub><\/strong>[85]<\/sup><\/sub><\/a><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

[1]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bKaajiC615o<\/a><\/p>\n\n\n\n

[3]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[4]<\/sup><\/a> https:\/\/www.timesofisrael.com\/leading-arab-israeli-singer-rim-bana-dies-aged-51\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[5]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 9<\/p>\n\n\n\n

[6]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 10<\/p>\n\n\n\n

[7]<\/sup><\/a> https:\/\/www.revistaadios.es\/info-adios\/301\/Rim-Banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[8]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[9]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[10]<\/sup><\/a> https:\/\/www.anemoia.net\/ancestors-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[11]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 2<\/p>\n\n\n\n

[12]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 1<\/p>\n\n\n\n

[13]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/famous-palestinian-singer-reem-banna-dead-at-51-1.2193544<\/a><\/p>\n\n\n\n

[14]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[15]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[16]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n\n\n\n

[17]<\/sup><\/a> https:\/\/www.assopacepalestina.org\/2020\/12\/30\/sumud-fermezza-crocefissione-e-poesia-la-vita-del-leader-palestinese-tawfiq-zayyad\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[18]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestinarossa.it\/?q=it\/content\/blog\/e-morto-il-poeta-palestinese-samih-al-qasim<\/a><\/p>\n\n\n\n

[19]<\/sup><\/a> https:\/\/frontierenews.it\/2013\/08\/le-poesie-piu-belle-di-mahmoud-darwish\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[20]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[21]<\/sup><\/a> https:\/\/www.albawaba.com\/entertainment\/palestinian-film-%E2%80%9Cal-sabbar%E2%80%9D-attracts-swiss-audience<\/a><\/p>\n\n\n\n

[22]<\/sup><\/a> https:\/\/www.iyengaryoga.in\/news\/visit-of-the-palestinian-singer-rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[23]<\/sup><\/a> https:\/\/mariamf.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[24]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 11<\/p>\n\n\n\n

[25]<\/sup><\/a> https:\/\/thearabweekly.com\/rim-banna<\/a><\/p>\n\n\n\n

[26]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[27]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[28]<\/sup><\/a> https:\/\/www.linkedin.com\/in\/rimbanna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[29]<\/sup><\/a> https:\/\/www.trieste.com\/spettacoli\/news\/noa_rim_banna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[30]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[31]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[32]<\/sup><\/a> https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2018\/3\/24\/palestinian-singer-rim-banna-dies-at-51-after-battle-with-cancer<\/a><\/p>\n\n\n\n

[33]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[34]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[35]<\/sup><\/a> https:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[36]<\/sup><\/a> https:\/\/www.buggewesseltoft.com\/home<\/a><\/p>\n\n\n\n

[37]<\/sup><\/a> https:\/\/www.barbican.org.uk\/the-trace-of-the-butterfly-a-tribute-to-rim-banna<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n

[38]<\/sup><\/a> http:\/\/www.karibremnes.no\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[39]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 7<\/p>\n\n\n\n

[40]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[41]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[42]<\/sup><\/a> \u062a\u062d\u0627\u0635\u0631\u0646\u064a \u0645\u0631\u0627\u064a\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0651\u0648\u062d<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0623\u0646\u0627 \u0623\u0631\u062d\u0644 \u0645\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u0645\u0646 \u0641\u0636\u0627\u0626\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u0649 \u0623\u0641\u0642 \u0627\u0644\u0623\u0642\u062d\u0648\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u062a\u0631\u0642\u0631\u0642 \u062a\u0648\u0647\u0651\u062c\u064b\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0648\u0642 \u0639\u0648\u0633\u062c \u0627\u0644\u062c\u062f\u0631\u0627\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u062a\u0633\u0631\u0628\u0644\u0646\u064a \u0627\u0644\u0646\u0648\u0627\u0631\u0633<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0639\u0628\u0631 \u0628\u064a \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0623\u064a\u0627 \u0627\u0646\u0641\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u064a\u0646<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0627\u0644\u062e\u0628\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u0623\u0646\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0645\u0642 \u0627\u0644\u0623\u062e\u064a\u0631<\/p>\n\n\n\n

\u064a\u0634\u062a\u0639\u0644<\/p>\n\n\n\n

\u0641\u064a \u0635\u0645\u062a \u0627\u0644\u062d\u0646\u0627\u064a\u0627<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u064a\u0645\u062a\u062f\u0651 \u0645\u0646\u0651\u064a \u0625\u0644\u064a\u0647<\/p>\n\n\n\n

\u0625\u0644\u064a\u0651<\/p>\n\n\n\n

[43]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[44]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a> ; http:\/\/www.dci.plo.ps\/print.php?id=7c2fa2y8138658Y7c2fa2<\/a><\/p>\n\n\n\n

[45]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[46]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[47]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[48]<\/sup><\/a> https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[49]<\/sup><\/a> http:\/\/lazyproduction-arabtunes.blogspot.com\/2018\/03\/rim-banna-rip-1966-2018.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[50]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[51]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[52]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[53]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[54]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[55]<\/sup><\/a>  https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/tribute-rim-banna-voice-freedom-and-revolution<\/a><\/p>\n\n\n\n

[56]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 6<\/p>\n\n\n\n

[57]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[58]<\/sup><\/a> https:\/\/nakhla.wordpress.com\/2007\/11\/13\/rim-banna\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[59]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[60]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[61]<\/sup><\/a> https:\/\/www.courrierinternational.com\/article\/culture-la-chanteuse-nai-barghouti-enieme-artiste-palestinienne-refoulee-d-egypte<\/a><\/p>\n\n\n\n

[62]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 8<\/p>\n\n\n\n

[63]<\/a> VATICANO E FRATELLI MUSULMANI: UN SECOLO DI RELAZIONI POLITICHE E FINANZIARIE | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[64]<\/sup><\/a> \u0631\u064a\u0645 \u0628\u0646\u0627 - \u0641\u0627\u0631\u0633 \u0639\u0648\u062f\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0627\u0644\u0641\u0631\u0627\u0634\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u0638\u0647\u0631 \u063a\u064a\u0645\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062c\u0631\u064a \u0628\u0643 \u0627\u0644\u063a\u0632\u0627\u0644\u0629 \u0625\u0644\u0649 \u062c\u0648\u0641 \u062c\u0645\u064a\u0632\u0629<\/p>\n\n\n\n

\u0633\u062a\u062d\u0645\u0644\u0643 \u0631\u0627\u0626\u062d\u0629 \u0627\u0644\u062e\u0628\u0632 \u0648\u0627\u0644\u062d\u0644\u064a\u0628 \u0634\u0647\u064a\u062f\u0627\u064b \u0625\u0644\u0649 \u062d\u0636\u0646 \u0623\u0645\u0643<\/p>\n\n\n\n

\u0642\u0627\u0644\u062a \u0644\u0647 \u0627\u0644\u0646\u062c\u0645\u0629 \u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0635\u062d\u0646 \u062f\u0627\u0631\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u062e\u0630\u0646\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0641\u0631\u0627\u0634 \u0646\u0648\u0645\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0642\u062f \u062a\u0633\u0644\u0642 \u0627\u0644\u0646\u0639\u0627\u0633 \u0623\u0637\u0631\u0627\u0641\u064a<\/p>\n\n\n\n

\u0648\u062a\u0631\u0628\u0639 \u0641\u064a \u062c\u0648\u0641 \u0631\u0623\u0633\u064a<\/p>\n\n\n\n

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\u0644\u0644\u0645\u0631\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062b\u0643\u0644\u0649 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062d\u0644\u064a\u0628 \u0648\u0632\u062c\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

\u0644\u0644\u0623\u0628 \u0627\u0644\u0645\u0641\u062c\u0648\u0639 \u0642\u0644\u0628 \u0645\u0646 \u062f\u0645\u0639 \u064a\u0636\u064a\u0621 \u0628\u0647 \u0627\u0644\u0633\u0631\u0627\u062c<\/p>\n\n\n\n

[65]<\/a> THE NEW COLD WAR | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[66]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[67]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[68]<\/sup><\/a> http:\/\/www.fabriziozampa.com\/rimbanna.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[69]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[70]<\/sup><\/a> https:\/\/middle-east-online.com\/en\/farewell-rim-banna-palestinian-cultural-icon<\/a><\/p>\n\n\n\n

[71]<\/sup><\/a> https:\/\/en.qantara.de\/content\/palestinian-singer-rim-banna-music-and-cultural-self-assertion<\/a><\/p>\n\n\n\n

[72]<\/sup><\/a> https:\/\/dro.dur.ac.uk\/27477\/1\/27477.pdf?DDD36+flll33<\/a> pag. 13<\/p>\n\n\n\n

[73]<\/a> COME EGITTO ED ISRAELE STANNO ANNIENTANDO LA PALESTINA | IBI World Italia<\/a><\/p>\n\n\n\n

[74]<\/sup><\/a> \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0623\u0635\u0628\u062d \u0644\u0627\u062c\u0626\u0627\u064b \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u0625\u0630\u0646 \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0628\u0633\u0627\u0637 \u0627\u0644\u0645\u0633\u062c\u062f \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0643\u0646\u064a\u0633\u0629 \u0641\u0647\u064a \u0645\u0646 \u0623\u0645\u0644\u0627\u0643\u0647\u060c \u0648\u0628\u0639 \u0627\u0644\u0645\u0624\u0630\u0651\u0646 \u0641\u064a \u0627\u0644\u0645\u0632\u0627\u062f \u0627\u0644\u0623\u0633\u0648\u062f \u0648\u0627\u0637\u0641\u0626 \u0630\u0628\u0627\u0644\u0627\u062a \u0627\u0644\u0646\u062c\u0648\u0645 \u0641\u0625\u0646\u0651\u0647\u0627 \u0633\u062a\u0636\u064a\u0621 \u062f\u0631\u0628 \u0627\u0644\u062a\u0627\u0626\u0647 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0634\u0631\u0651\u062f \u062d\u062a\u0651\u0649 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0623\u0628\u0648\u0647\u0645 \u063a\u0627\u0626\u0628\u060c \u0635\u0627\u062f\u0631 \u064a\u062a\u0627\u0645\u0627\u0646\u0627 \u0625\u0630\u0646 \u064a\u0627 \u0633\u064a\u0651\u062f\u064a \u0644\u0627 \u062a\u0639\u062a\u0630\u0631 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0638\u0627\u0644\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0645\u064e\u0646 \u0642\u0627\u0644 \u0623\u0646\u0651\u0643 \u0645\u0639\u062a\u062f\u064a \u062d\u0631\u0651\u0631\u062a \u062d\u062a\u0651\u0649 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0626\u0645\u0627\u062a \u063a\u062f\u0627\u0629 \u0623\u0646 \u0639\u0637\u064a\u062a \u0623\u0628\u0631\u0627\u0647\u0627\u0645 \u062d\u0642\u0644 \u0645\u062d\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0642\u062a\u0644 \u0627\u0644\u0631\u0628\u064a\u0639 \u0641\u0628\u064a\u062f\u0631\u064a \u063a\u0636\u0628 \u064a\u0647\u0632\u0651 \u0648\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0644\u0645 \u062a\u062e\u0645\u062f \u0623\u0646\u062a \u0627\u0644\u0630\u064a \u0644\u063a\u0645\u062a \u064a\u062f\u0627\u0643 \u062d\u062f\u0627\u0626\u0642\u064a \u0648\u0646\u0633\u0641\u062a \u0645\u0648\u0633\u0645 \u0644\u0648\u0632\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0648\u0651\u0631\u062f \u0648\u062c\u0628\u0644\u062a \u0646\u0648\u0651\u0627\u0628\u0627\u064b \u0644\u0646\u0639\u0628\u062f\u0647\u0645 \u0648\u0647\u0645 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u064a\u0628\u0643\u064a \u0639\u0644\u0649 \u0645\u0633\u062a\u0639\u0628\u062f \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u0639\u0628\u062f\u0627\u064b \u064a\u0628\u0627\u0639 \u0648\u064a\u0634\u062a\u0631\u0649\u060c \u0648\u0623\u0631\u062f\u062a\u0646\u064a \u064a\u0623\u0633\u0627\u064b \u064a\u0639\u064a\u0634 \u0628\u0644\u0627 \u062f\u064e\u062f\u0650 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0641\u0639\u0644 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u0641\u0645\u060c \u0644\u0627 \u062a\u0646\u0630\u0639\u0631 \u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0643\u0644\u0627\u0645 \u0628\u0644\u0627 \u064a\u062f \u0623\u0646\u0627 \u0644\u0648 \u0639\u0635\u0631\u062a \u0631\u063a\u064a\u0641 \u062e\u0628\u0632\u0643 \u0641\u064a \u064a\u062f\u064a\u060c \u0644\u0631\u0623\u064a\u062a \u0645\u0646\u0647 \u062f\u0645\u064a \u064a\u0633\u064a\u0644 \u0639\u0644\u0649 \u064a\u062f\u064a<\/p>\n\n\n\n

[75]<\/sup><\/a> https:\/\/womeninblack.org\/vigils-arround-the-world\/middle-east\/israel\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[76]<\/sup><\/a> https:\/\/www.europarl.europa.eu\/sakharovprize\/it\/madri-di-plaza-de-mayo-1992-argentina\/products-details\/20200330CAN54167<\/a><\/p>\n\n\n\n

[77]<\/sup><\/a> https:\/\/www.blacksash.org.za\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[78]<\/sup><\/a> https:\/\/it.gariwo.net\/rubriche\/appunti-internazionali\/rojava-la-rivoluzione-democratica-11805.html<\/a><\/p>\n\n\n\n

[79]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XUY_Tbet1nQ<\/a><\/p>\n\n\n\n

[80]<\/sup><\/a> https:\/\/thevision.com\/attualita\/donne-palestinesi-israele\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[81]<\/sup><\/a> http:\/\/www.reemkelani.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[82]<\/sup><\/a> http:\/\/www.kamilyajubran.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n

[83]<\/sup><\/a> https:\/\/www.antiwarsongs.org\/do_search.php?lang=it&idartista=12759&stesso=1<\/a><\/p>\n\n\n\n

[84]<\/sup><\/a> https:\/\/www.palestine-studies.org\/en\/node\/232082<\/a><\/p>\n\n\n\n

[85]<\/sup><\/a> https:\/\/gulfnews.com\/world\/mena\/thousands-bid-farewell-to-voice-of-palestinians-1.2194158<\/a><\/p>\n","post_title":"Rim Banna, die Stimme des verwundeten Herzens von Pal\u00e4stina","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"rim-banna-die-stimme-des-verwundeten-herzens-von-palaestina","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:35:03","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:35:03","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=6409","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3792,"post_author":"7","post_date":"2020-08-14 13:58:48","post_date_gmt":"2020-08-14 13:58:48","post_content":"\n

Die Hagia Sophia war (ist) ein kulturelles Weltwunder und aufgeladen mit symbolischer Bedeutung, f\u00fcr die Christenheit ebenso wie f\u00fcr den Islam \u2013 und den t\u00fcrkischen Nationalismus. Als Mehmed II. sie betrat, war sie schon fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der christlichen Welt und das Zentrum der orthodoxen Glaubensrichtung. Die \"Ayasofya\", wie sie dann hie\u00df, war 500 Jahre lang Moschee \u2013 bis 1934, als Kemal Pascha Atat\u00fcrk, der \"Vater\" der modernen T\u00fcrkei, sie in ein Museum verwandelte, in der ausdr\u00fccklichen Absicht, auch hier mit dem osmanischen Erbe zu brechen.<\/p>\n\n\n\n

Nun wird Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der \"Vater\" der re-islamisierten T\u00fcrkei, am 24. Juli dieses Jahres die Ayasofya durch das Freitagsgebet wieder in den Islam eingliedern. Oder eher in seinen pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Nationalismus.<\/p>\n\n\n\n

Welterbe von allen<\/h3>\n\n\n\n

Wie bedeutungsschwer ist dieser Akt eines \"starken Mannes\", der innenpolitisch deutlich schw\u00e4chelt? Die Proteste vor allem aus der orthodoxen Welt, aber auch aus Europa und den USA sind eher traurig als w\u00fctend. Der Papst dr\u00fcckte seinen \"Schmerz\" aus. Auch der Jubel in der islamischen Welt fiel zun\u00e4chst weniger \u00fcbersch\u00e4umend als erwartet aus.<\/p>\n\n\n\n

Ist es der Alleingang eines Autokraten in Bedr\u00e4ngnis oder ist \"der Jubel \u00fcber die Eroberung der Hagia Sophia der Versuch einer zutiefst erniedrigten, vom Gef\u00fchl der Wertlosigkeit dominierten und in ihrer eigenen Selbstberechtigung beraubten Gesellschaft, eine Bedeutung, eine St\u00e4rke, ein Selbstwertgef\u00fchl zu finden\"? So recht pauschalierend der in Deutschland lebende pal\u00e4stinensische Intellektuelle und Psychiater Ahmad Mansour.<\/p>\n\n\n\n

Die beiden Gro\u00dfreiche, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Das eigentliche Schl\u00fcsselwort im Zusammenhang mit der Hagia Sofia ist \"Welterbe\". Das Erbe von allen. Einmal im kulturellen Sinn der Unesco, aber in Wahrheit weiter gefasst. Das einzigartige Bauwerk geh\u00f6rt in Wirklichkeit der ganzen Welt, nicht der einen oder anderen Religion. Die beiden Gro\u00dfreiche, f\u00fcr die die Hagia Sofia der zentrale spirituelle Bau war, das byzantinische und das osmanische, sind l\u00e4ngst versunken. Seither hat sie eine neue, \u00fcbernationale Dimension erhalten. Was Erdo\u011fan da jetzt mit der Hagia Sofia macht, ist eine Verengung und Verarmung eines gemeinsamen Welterbes.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Betende Muslime vor der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Davon abgesehen aber war und ist sie ein architektonisches Meisterwerk und geh\u00f6rt zu den bedeutendsten Bauten der Welt. Wer heute den Zentralraum unter der Kuppel betritt, kann sich nur schwer dem zugleich majest\u00e4tischen wie schwebenden Gesamteindruck entziehen. Die Hagia Sophia blieb fast 1000 Jahre die gr\u00f6\u00dfte Kirche der Christenheit. Technisch war die Kuppel (mit mehreren Halbkuppeln) eine \u00fcberaus riskante Innovation: Die 55 Meter hohe und 32 Meter im Durchmesser breite Kuppel ruht auf nur vier Tragpunkten, was den schwebenden, schwerelosen Eindruck erzeugt. Die Konstruktion folgt einem mathematischen Prinzip, das erst k\u00fcrzlich entschl\u00fcsselt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\"<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n

Als Kaiser Justinian die Hagia Sophia nach nur f\u00fcnf Jahren Bauzeit (532\u2013537) betrat, soll er in Anspielung auf den Tempel in Jerusalem ausgerufen haben: \"Salomo, ich habe dich \u00fcbertroffen!\" Die Innenausstattung war mit ihren S\u00e4ulen aus Porphyr und gr\u00fcnem Marmor, mit Mosaiken aus Gold und Halbedelsteinen derart prunkvoll, der Gesamteindruck derart \u00fcberirdisch, dass eine Delegation des Gro\u00dff\u00fcrsten von Kiew nicht mehr wusste, \"ob wir im Himmel oder auf der Erde\" waren \u2013 was die Christianisierung Russlands bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n

Der deutsche Architekturlehrer Holger Kleine nennt die Hagia Sophia \"absolute Architektur\", weil sie \"extreme Ausdrucksformen nahezu aller dramaturgischen Mittel, die der Architektur zur Verf\u00fcgung stehen, vereinigt: wuchtigste K\u00f6rper und luftigste R\u00e4ume, engste Enge und gr\u00f6\u00dfte Weite, w\u00e4rmende Helligkeit und mystisches Dunkel\". Und die Kuppelbauten aus der sp\u00e4teren Hochbl\u00fcte der Moscheenarchitektur im 16. und 17. Jahrhundert gehen eindeutig auf die Hagia Sophia zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n

Die Hagia Sophia war Staatskirche des byzantinischen Reichs. F\u00fcr die Eroberer der letzte Schlussstein in der Kuppel osmanisch-muslimischen Herrschaftsanspruchs. Konstantinopel war ja 1453 nur noch eine isolierte, heruntergekommene Enklave in einem osmanischen Umfeld, kein christliches Heer kam zu Hilfe. Doch vorher war es zugleich Sperrriegel nach Osten und Geistesarchiv der antiken Kultur gewesen. \"Ohne Byzanz h\u00e4tte es kein Europa gegeben\", sagt die britische Altertumsforscherin Judith Herrin.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Freigelegtes Mosaik von \"Christos Pantokrator\".<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Neue Fragen<\/h3>\n\n\n\n

Die Kirche wurde von Mehmed II. und Nachfolgern nicht in der Substanz zerst\u00f6rt, sondern \"entchristlicht\". Die urspr\u00fcnglich \u00fcbert\u00fcnchten oder auch abgeschlagenen Mosaiken mit den Darstellungen von Christus, der Muttergottes, diversen Kaisern kamen zum Teil schon unter einem Sultan des 19. Jahrhunderts, dann gro\u00dfteils nach der Museumswidmung wieder zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n

Jetzt stellen sich neue symbolisch-praktische Fragen. Erdo\u011fan hat die Hagia Sophia der konservativen staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet unterstellt. Die byzantinischen Mosaike, wie der gro\u00dfartige \"Christos Pantokrator\" (\"Weltenherrscher\") oder die Jungfrau Maria in der Apsis, m\u00fcssen wohl w\u00e4hrend des islamischen Gottesdiensts verh\u00e4ngt werden. Muss der Boden mit seinen Marmorplatten und Mosaiken mit einem Teppich bedeckt werden? Erdo\u011fan sagt, Touristen seien nach wie vor zugelassen. Aber sie werden wohl hinter Absperrungen bleiben m\u00fcssen. Frauen werden \u2013 wie in der benachbarten \"Blauen Moschee\" (\"Sultanahmed\") Kopftuch tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

\"\"\/
Erdo\u011fan mit Gattin in der Hagia Sophia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Erdo\u011fans neue Abenteuer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n

Aber wird da nicht doch zu viel in einen Formalakt rund um ein uraltes Bauwerk hineininterpretiert? Im geschichtlichen Kontext relativiert sich manches: Konstantinopel wurde schon von Christen erobert und ausgepl\u00fcndert \u2013 1204 im Vierten Kreuzzug. In der Moschee von Cordoba (\"Mezquita\") bauten die Katholiken eine ganze Kirche in den ber\u00fchmten S\u00e4ulenwald hinein. Die Mezquita ist heute noch Kirche, kein Museum.<\/p>\n\n\n\n

\"Das ist der Beweis, dass wir kein s\u00e4kularer Staat mehr sein wollen\", sagt Nobelpreistr\u00e4ger Orhan Pamuk. Erdo\u011fan betrachtet sich offenbar als auch neoosmanischer \"Fatih\" im Mittelmeerraum mit immer neuen Abenteuern: Eingreifen in Syrien, Stellvertreterkrieg in Libyen, Anspr\u00fcche auf Erdgasvorkommen weit vor der t\u00fcrkischen K\u00fcste bei Zypern, Reden, wonach manche \u00c4g\u00e4is-Inseln eigentlich zur T\u00fcrkei geh\u00f6ren, \"denn dort stehen unsere Moscheen\". Manches davon ist nur Rhetorik, aber genug anderes ist riskante Realit\u00e4t. (Hans Rauscher, 14.7.2020)<\/p>\n\n\n\n

Quelle<\/a><\/strong><\/p>\n","post_title":"Hagia Sophia: Verengung und Verarmung eines Welterbes","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"hagia-sophia-verengung-und-verarmung-eines-welterbes","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3792","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3706,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:27:40","post_date_gmt":"2020-08-13 21:27:40","post_content":"\n

Kinder, Frauen, Jesiden \u2013 wer \u00fcberlebt hat, berichtet von Folter, Vergewaltigungen und Gehirnw\u00e4sche. Rund drei Jahre dauerte die Schreckensherrschaft der IS-Miliz in Syrien und Irak. Der Wiederaufbau wird l\u00e4nger dauern und mehr umfassen als H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n

Der Fluss Tigris durchzieht die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Iraks und teilt Mosul in Ost und West. Das Westufer ist von Zerst\u00f6rung gezeichnet, die Altstadt nicht mehr als eine einzige graue Tr\u00fcmmerlandschaft. Seit den letzten Bombardements im Juli 2017 kann hier niemand mehr wohnen.<\/p>\n\n\n\n

Die Nouri-Moschee, von deren Kanzel Abu Bakr al-Baghdadi im Juli 2014 sein Kalifat ausrief, hatte die IS-Miliz auf ihrem R\u00fcckzug vorsorglich selbst in die Luft gesprengt, um den Gegnern diesen besonderen Triumph zu verwehren.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Juli 2017 erobert die irakische Armee Mossul zur\u00fcck. Ruinen sind zu sehen. Ein K\u00e4mpfer der IS-Miliz hat sich ergeben. (Imago \/ Carol Guzy)<\/p>\n\n\n\n

Es ist fraglich, ob die Altstadt dem Original getreu wieder aufgebaut werden kann. Bagdad will demn\u00e4chst \u2013 im Rahmen einer gro\u00dfen Wiederaufbau-Konferenz \u2013 bekannt geben, welche Pl\u00e4ne es hat. Derzeit gilt als gro\u00dfer Fortschritt, dass die Tr\u00fcmmerlandschaft in Teilen wieder begehbar ist \u2013 nachdem mit internationaler Hilfe zahllose Sprengs\u00e4tze beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n

In Ost-Mossul gibt es weniger Zerst\u00f6rungen<\/h2>\n\n\n\n

J\u00fcngste Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen besagen, dass es noch Jahre dauern wird, bis alle Minen ger\u00e4umt sind. Solange werden die einstigen Bewohner nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Manche von ihnen haben Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Sie haben \u00fcberlebt und sind auf der anderen Seite des Tigris untergekommen, im Osten der Stadt. Der war schon im Januar 2017 von den Terroristen befreit worden. Erstaunlich ist: Dieser Teil Mosuls wirkt fast so, als w\u00e4re der \u201eIS\u201c niemals hier gewesen und als h\u00e4tte es keinen Krieg gegeben.<\/p>\n\n\n\n

\"ImIm Osten Mossuls gibt es weniger Zerst\u00f6rungen als im Westteil. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Die Zerst\u00f6rungen beschr\u00e4nken sich auf strategisch-wichtige Punkte oder Geb\u00e4ude, in denen sich die Terroristen verschanzt hatten: Br\u00fccken, Moscheen, Krankenh\u00e4user. Doch im Basar herrscht fast so etwas wie Normalit\u00e4t. An St\u00e4nden kaufen Menschen ein \u2013 Obst, Gem\u00fcse, Reis und Nudeln, Backwaren. Kinder schlecken ein Eis. Abu Muhammad, ein ehemaliger Physiklehrer, erkl\u00e4rt, warum der Basar so anders ist als erwartet:<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas Leben hatte nie aufgeh\u00f6rt in Mosul. Wir haben weitergelebt. Drei Jahre wurden wir vom \u201aIS\u2018 beherrscht, doch die normalen Leute hatten nichts damit zu tun. Daher kam der Alltag schnell zur\u00fcck. Die Soldaten sind gekommen, haben den Basar wieder aufgemacht und das Leben ging weiter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Im Osten findet sich heute all das wieder, was die Terror-Miliz unterdr\u00fcckt hatte und bei Missachtung grausam ahndete: Musik in Restaurants und Caf\u00e9s; Sim-Karten f\u00fcr Handys; Internet; Fris\u00f6re, die Haare schneiden, B\u00e4rte stutzen oder gar abrasieren. Und doch: Trotz des lebendigen Treibens wirken Angst und Schrecken nach. Abu Muhammad, fr\u00fch ergraut, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n

\u201eWir haben uns gef\u00fchlt wie zwischen Leben und Tod. Irgendwo dazwischen. Sie haben vom \u201aIS\u2018 geh\u00f6rt; wir haben ihn erlebt: Wir haben erlebt, wie sie mordeten, wie sie Leute aufh\u00e4ngten, wir haben den Krieg erlebt. Wir haben alles gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Abu Mohammed stammt aus dem zerst\u00f6rten Westen der Stadt. Er wohnt heute im Osten. Verwandte haben ihn und seine Familie aufgenommen. So wie ihm ergeht es auch anderen Vertriebenen. Sie leben bei Verwandten und Freunden. Oder in einem der vielen Lager. 700.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren \u2013 eine Zahl, die f\u00fcr West-Mosul gilt. Insgesamt gehen die Vereinten Nationen von fast sechs Millionen Menschen aus, die im Irak vor dem \u201aIS\u2018 geflohen sind \u2013 die H\u00e4lfte von ihnen bis heute fern von ihrem Zuhause.<\/p>\n\n\n\n

Binnenfl\u00fcchtlinge im Lager Khabartu<\/h2>\n\n\n\n

Zelte soweit das Auge reicht. Abertausende. Inmitten von Steppe. Das Leben der Menschen ist hart. Sie darben, frieren und verdorren \u2013 wenn im Winter der kalte Wind durch die Steppe fegt und im Sommer die Sonne niederbrennt. Doch sie harren aus, haben wenig Hoffnung auf baldige R\u00fcckkehr. Die meisten kamen 2014 \u2013 hierher, ins Lager Khabartu in Irakisch-Kurdistan.<\/p>\n\n\n\n

\"DasDas Lager Khabartu f\u00fcr irakische Binnenfl\u00fcchtlinge. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

2014, als der \u201eIS\u201c den Nord-Irak \u00fcberfiel. In einem der Zelte lebt auch die Familie von Thomas Abdallah Hammou. Thomas war auf der Flucht von seiner Familie getrennt und von den Dschihadisten verschleppt worden. Damals war er acht Jahre alt. Ein Kind. Drei Jahre blieb er in Geiselhaft, lebte in Mosul.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollten nicht, dass wir spielen. Sie mochten es nicht. Ich habe keine Schule besucht, aber sie gaben uns Koran-Unterricht. Jeden Tag.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas musste seinem eigenen, dem jesidischen Glauben abschw\u00f6ren. Weil der \u201eIS\u201c die Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c betrachtet. Und \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, so die Auffassung der Terroristen, m\u00fcssen zwangsbekehrt werden. Oder get\u00f6tet. Die Terroristen hatten dementsprechend die Jesiden entweder an Ort und Stelle ermordet, die meisten im Sinjar, im alten Siedlungsgebiet der Jesiden im Nord-Irak. Tausende. 47 Massengr\u00e4ber sollen mittlerweile gefunden worden sein. Oder aber die Terroristen lie\u00dfen die Jesiden am Leben und nahmen sie in Geiselhaft. Sie machten aus ihnen Sexsklavinnen oder sie bildeten sie aus \u2013 zu Selbstmordattent\u00e4tern. Wie Thomas.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie haben uns st\u00e4ndig geschlagen. Wir mussten Schie\u00dfen \u00fcben. Zwei meiner Freunde haben sich in die Luft gesprengt. Sie sind zum Training. Doch sie kamen nicht zur\u00fcck. Ich war nicht traurig. Sie wollten sich ja in die Luft sprengen. Die \u201aIS\u2018-Leute hatten es nicht von ihnen verlangt. Sie sind freiwillig gegangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Thomas hat heute einen modernen Haarschnitt; der Nacken ist ausrasiert; der lange Pony in die Stirn gek\u00e4mmt. Im Sommer sah er noch anders aus, kurz nachdem Mosul befreit worden war. Bei einem Luftangriff der Anti-\u201eIS\u201c-Koalition wurde Thomas schwer verletzt aus Tr\u00fcmmern geborgen, dann operiert.<\/p>\n\n\n\n

\"ThomasThomas erholt sich von drei Jahren IS-Gefangenschaft. (Bj\u00f6rn Blaschke)<\/p>\n\n\n\n

Arbeit mit \u201eDschihadisten-Kindern\u201c<\/h2>\n\n\n\n

Die \u00e4u\u00dferen Wunden sind heute verheilt. Doch wie sieht es aus mit den inneren, den seelischen Verletzungen? Thomas wurde von seiner Familie aufgenommen und bekommt Hilfe. Andere Kinder konnten nicht aufgefangen werden. Bis heute betrachten sie Jesiden als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c \u2013 so wie es ihnen in der Geiselhaft eingeh\u00e4mmert wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie sind eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr andere Kinder. Sie leben in Lagern, in einem Zelt, auf sechs mal vier Metern, oder noch weniger! Acht Geschwister, sie spielen zusammen, reden, sie indoktrinieren die anderen! Das ist ein Problem, das wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Sara Hassan ist Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in den Lagern, versucht M\u00e4dchen und Frauen, die jahrelang in Geiselhaft vergewaltigt wurden, zu helfen. Unz\u00e4hlige hatte der \u201eIS\u201c einst entf\u00fchrt. Sara arbeitet auch mit den sogenannten \u201eDschihadisten-Kindern\u201c. Sie erz\u00e4hlt, wie \u00fcberfordert alle seien: die Familien, die jesidische Gemeinschaft, die Gesellschaft des Nord-Irak.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIn einem anderen Fall hat sich die Familie am Ende an die Sicherheitskr\u00e4fte gewandt. Doch die wussten auch nicht, wie sie damit umgehen sollten. Monate lang hat die Familie versucht, den Jungen umzuerziehen, zusammen mit Sozialarbeitern. Aber noch immer sehen wir den Hass in seinen Augen \u2013 gegen\u00fcber Kurden, Christen und Jesiden. Als blicke man in die Augen eines IS-Terroristen. Das ist das Problem.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Immerhin: Die Jesiden k\u00f6nnen \u00fcber ihre vom \u201eIS\u201c indoktrinierten Kinder sprechen. Denn niemand zweifelt daran, dass sie Opfer der Tyrannei wurden. Bei den sunnitischen Arabern sieht das anders aus. Da sie derselben Religionsgruppe angeh\u00f6ren wie formal auch die Terroristen, stehen sie unter Generalverdacht, mit dem \u201eIS\u201c gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sunnitische Araber trauen sich daher nicht, die Probleme ihrer Kinder \u00f6ffentlich zu machen \u2013 auch wenn sie selbst nichts mit dem \u201eIS\u201c zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n

Unklar ist, wie viele Kinder und Jugendliche im Irak und in Syrien zu Terroristen ausgebildet wurden, dabei noch in Geiselhaft sind oder bereits als \u201eSchl\u00e4fer\u201c darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Sie gleichen \u201etickenden Zeitbomben\u201c, die jederzeit explodieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Minderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n

Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n

\u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n

\u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

\u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n

Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n

Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n

Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n

Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n

\u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n

\"SyrischeSoldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n

Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n

\u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n


Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\n

Machtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n

Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n

Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n

Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n

Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n

Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n

In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n

Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};